Busfahrer und andere Ärgernisse

Berliner Busfahrern wird ja so einiges an Unfreundlichkeit nachgesagt, und doch: Bisher bin ich davon eigentlich immer verschont geblieben. Dafür kam es neulich denn janz dicke, wie man hier so schön sagt:

M, m und m steigen wie gewöhnlich morgens in den Bus, grüßen wie jeden Morgen freundlich (der Busfahrer, den sie noch nicht kannten, reagiert nicht), und nehmen ihre Plätze ein. Die Kinder unterhalten sich (in relativ normaler Lautstärke) über das, was sie draußen sehen. Nach einer zackig-kurvig gefahrenen Station ranzt der Fahrer laut nach hinten: „Jeht ditt ooch n bisschen leisa?! Is ja uuunaträglich!“ M antwortet lautstark zurück: „Busfahrer und andere Ärgernisse“ weiterlesen

„In Ruhe in der Nase popeln“ – Freiheit statt Angst

Wir haben –jedenfalls an diesem Wochenende – nicht gegammelt, sondern uns gehörig die Füße vertreten bei dem gar nicht so kurzen Marsch vom Alex bis zur Rückseite des Brandenburger Tors. Unter dem Motto „Freiheit statt Angst“ liefen wir mit Kindern, Kegel und ca. 30.000 – 100.000 anderen (irgendwann haben wir aufgehört zu zählen) durch Berlins Straßen – immer in respektvollem Abstand zu den Lautsprecherwagen, damit Kind Nummer Zwei, welches die Demo zum Großteil im Kinderwagen verschlief, sich geruhsam erholen konnte, und fast immer mit einem aussichtshungrigen Kind Nummer Eins auf dem Arm, weil es zwischen den abertausenden Beinen die vielen Polizisten am Rand sonst nicht hätte sehen können. „„In Ruhe in der Nase popeln“ – Freiheit statt Angst“ weiterlesen

Mitfahrgelegenheit

Morgens, mal wieder kurz vor knapp. Unten an der S-Bahn-Treppe höre ich schon das „Türen schließen“. Sprint. Der Zugführer steht noch mit einem Bein vor seinem Fahrerhäuschen. „Darf ich noch schnell rein?“ „Na, aber denn nur bei mir!“ Ich bremse irritiert. „Wie, jetzt wirklich?“ „Ja, aber zacki!“ Hechtsprung durch die offene Fahrertür.
„Aber nur eine Station! Und nicht weitersagen, nicht dass der Herr Mehdorn..“
„Nee, nur meinem Sohn, der ist knapp fünf, okay?“
„Na ditt is keen Problem, bis der ma soweit is, is der Mehdorn eh nich mehr.“
„Jut, na denn, da sind wa schon. Schön’ Tach noch, wa? Und allzeit jute Faht“
„Ihnen auch – und nochmal danke fürs Mitnehmen!“
Und da heißt es immer, der Berliner alljemeen wär so’ne kaltschnäuzige Persönlichkeit. Nüscht! Berlin, mein Berlin!

Die Akkordeonspielerin

Die Massen strömen zur Arbeit, Morgen für Morgen, Tag für Tag. Durchspülen die Straßen der Stadt, drängen in die Bahnen und sprudeln wieder aus ihnen heraus. Mittendrin auch ich, wenn ich morgens gegen neun im Fluss der Arbeiterbewegung die S-Bahn-Brücke am Schiffbauerdamm überquere. Und unter dieser Brücke fließt wie gehabt die Spree.

Es ist keine schöne Brücke: lang, grau, überdacht durch eine weitere, auf der die S-Bahnen dröhnend über den Köpfen schweben. Nicht gemütlich, ein Übergang, den man eben nutzt, da er zum Ziel führt. Und doch – genau auf dieser Brücke gibt es etwas, das man verpasst, wenn man einen anderen Weg über den Fluss wählt: die Akkordeonspielerin. „Die Akkordeonspielerin“ weiterlesen

Pariser Verhältnisse

Irgendwer tut es immer. Ob „le métro“, „le RER“, die Straßenkehrer, die Müllfahrer oder das Lehrpersonal – in Paris, so jedenfalls das Klischee, ist Streik ein Grundzustand. Und wenn ausnahmsweise einmal wirklich nicht gestreikt wird, dann wird jedenfalls garantiert irgendwo die halbe Stadt mit einer großen „manif’“ lahm gelegt. „Pariser Verhältnisse“ weiterlesen

Ekel

Das elendige Leid der Hauptstadt ist die Leidenschaft Ihrer Bewohner zu kläffenden Vierbeinern, und zwar, so scheint es mir, besonders gern in der großen Ausgabe. Eigentlich logisch, denn: Wenn es stimmt, dass die Berliner eine so große Schnauze haben, wie ihnen so gern unterstellt wird, und es auch stimmt, dass Hund und Herrchen sich für gewöhnlich ähneln, dann ist es wohl mehr als naheliegend, dass an der feuchten Hundeschnauze ein nicht zu unterschätzendes Stück Tier dranhängen muss. „Ekel“ weiterlesen