ARD/NDR Plusminus zu CarpeDiem

Interessant: In der gestrigen PlusMinus-Sendung lief eine Reportage über „Dubiose Renditeversprechen“, die im Moment in der ARD-Mediathek abrufbar ist. Mich hat das schon sehr interessiert, da ich mit diesem Unternehmen im Zusammenhang mit der „Datenklau-Story“ inzwischen mehrfach zu tun hatte. Der NDR hat zur Sendung eine Pressemitteilung herausgegeben, die ihr nachstehend als Zitat abrufen könnt, wie auch die Rückschau zur Sendung: Quelle: http://www.ndr.de/unternehmen/presse/pressemitteilungen/pressemeldungndr8471.html

Stand: 26.06.2011 10:00 Uhr
Millionen-Fonds droht zu scheitern: Anlegern drohen hohe Verluste

Wieder müssen Tausende Anleger in Deutschland um ihre Ersparnisse fürchten. Dem so genannten „Garantie-Hebel-Plan 08“ der CIS Deutschland AG droht offensichtlich das Scheitern. Dabei waren den Investoren ursprünglich zweistellige Renditen versprochen worden. Exklusiv vertrieben wurde der Fonds von der CarpeDiem GmbH des umstrittenen Gründers Daniel Shahin. Bis Ende 2010 waren nach Angaben von CIS Anteile in Höhe von knapp 200 Millionen Euro gezeichnet worden.

Das ARD-Wirtschaftsmagazin „Plusminus“ vom NDR präsentiert in seiner neuesten Ausgabe am kommenden Dienstag ein Schreiben der CIS AG, in dem es unter anderem heißt: „Aufgrund der …. Marktsituation sind die prospektierten angestrebten Ergebnisse nicht realisierbar.“ Weiter heißt es: „Normalerweise wäre im Fall des Scheiterns einer Fondsidee die Liquidation des Fonds die Folge. Durch diese würden jedoch zum jetzigen Zeitpunkt alle Anleger und Mitgesellschafter erhebliche Verluste realisieren. Deshalb erscheint eine Kurskorrektur, eine Änderung der Fondsstruktur als die geeignete Lösung.“

Gegenüber „Plusminus“ bewertete Ariane Lauenburg, Expertin der Zeitschrift „Finanztest“ (Stiftung Warentest), das CIS-Schreiben wie folgt: „Das Fondskonzept der CIS Deutschland AG ist komplett gescheitert. Die zweistelligen Renditen wurden nicht erwirtschaftet. Anstatt den Fonds einfach aufzulösen und den Anlegern zu sagen, dass ihr Geld mehr oder weniger weg ist, bietet die CIS Deutschland AG den Anlegern ein neues Fondskonzept an, das noch viel riskanter ist.“

Das Vertriebskonzept von CarpeDiem wird schon seit Jahren von Experten und Verbraucherschützern kritisiert. Vornehmlich Kleinanleger werden gedrängt, Lebens- und Rentenversicherungen sowie Bausparverträge zu kündigen und das frei werdende Geld in die von CarpeDiem vermittelten Fonds zu stecken. CarpeDiem wirbt bei den Anlegern stets mit dem Argument, die konventionellen Anlageformen brächten so wenig Rendite, dass nach Abzug von Inflation und Steuern
sogar ein Minus herauskomme. Die Fonds der CIS AG dagegen böten die Chance auf zweistellige Renditen. Dazu der vereidigte Sachverständige für Kapitalanlagen, Dietmar Vogelsang, gegenüber „Plusminus“: „Ich würde einen gigantischen Bogen um so etwas machen.“

„Plusminus“: Dienstag, 28. Juni, 21.50 Uhr, Das Erste

26. Juni 2011 / RC

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Zur Sendung selbst findet sich bei der ARD auf der PlusMinus-Unterseite:

Rückschau: Dubiose Renditeversprechen
Wie Finanzdienstleister Kleinanlegern Millionen entlocken

Euroscheine (Foto: Michael Rosenfeld, dpa) Bild vergrößern Bildunterschrift: Kleinanleger investierten Geld, das eigentlich für die Altersvorsorge gedacht war. ]
(© NDR) Wieder müssen Tausende Anleger in Deutschland um ihre Ersparnisse fürchten. Dem so genannten „Garantie-Hebel-Plan 08“ der CIS Deutschland AG droht offensichtlich das Scheitern – dabei waren den Investoren ursprünglich zweistellige Renditen versprochen
worden. Exklusiv vertrieben wurde der Fonds von der CarpeDiem GmbH des umstrittenen Gründers Daniel Shahin. Bis Ende 2010 waren nach Angaben von CIS Anteile in Höhe von knapp 200 Millionen Euro gezeichnet worden.

In einem Schreiben der CIS AG, das „Plusminus“ vorliegt, heißt es unter anderem: „Aufgrund der …. Marktsituation sind die prospektierten angestrebten Ergebnisse nicht realisierbar.“ Weiter heißt es: „Normalerweise wäre im Fall des Scheiterns einer Fondsidee die Liquidation des Fonds die Folge. Durch diese würden jedoch zum jetzigen Zeitpunkt alle Anleger und Mitgesellschafter erhebliche Verluste realisieren. Deshalb erscheint eine Kurskorrektur, eine Änderung der Fondsstruktur als die geeignete Lösung.“
Finanztest: „Fondskonzept komplett gescheitert“

Ariane Lauenburg, Expertin der Zeitschrift „Finanztest“ (Stiftung Warentest), bewertet das CIS-Schreiben wie folgt: „Das Fondskonzept der CIS Deutschland AG ist komplett gescheitert. Die zweistelligen Renditen wurden nicht erwirtschaftet. Anstatt den Fonds einfach aufzulösen und den Anlegern zu sagen, dass ihr Geld mehr oder weniger weg ist, bietet die CIS Deutschland AG den Anlegern ein neues Fondskonzept an, das noch viel riskanter ist.“

Einer „Kurskorrektur“, also einer Änderung des Gesellschaftszwecks, müssten die Anleger jedoch zustimmen. Gegenüber der „Finanztest“ äußerten ehemalige Mitarbeiter von CarpeDiem, dass der Abstimmungszettel dafür absichtlich irreführend formuliert sei. Anleger könnten versehentlich gegen ihre eigenen Interessen stimmen. So würden die Fonds-Initiatoren versuchen, die Zustimmung für ihr neues risikoreiches Fondsmodell zu bekommen. Die Zeitschrift rät Anlegern, die nichts falsch machen wollen, sich umgehend von einer Verbraucherzentrale oder einem auf Kapitalanlagerecht spezialisierten Anwalt beraten zu lassen. In einer Rechtsberatung kann dann geklärt werden, ob ein Anleger seinen Vertrag mit der CIS wegen Falschberatung anfechten kann.
Zur Kündigung von Lebensversicherungen und Bausparverträgen gedrängt

Das Vertriebskonzept von CarpeDiem wird schon seit Jahren von Experten und Verbraucherschützern kritisiert. Vornehmlich Kleinanleger werden gedrängt, Lebens- und Rentenversicherungen sowie Bausparverträge zu kündigen und das frei werdende Geld in die von CarpeDiem vermittelten Fonds zu stecken. CarpeDiem wirbt bei den Anlegern stets mit dem Argument, die konventionellen Anlageformen brächten so wenig Rendite, dass nach Abzug von Inflation und Steuern sogar ein Minus herauskomme. Die Fonds der CIS AG dagegen böten die Chance auf zweistellige Renditen.

Der vereidigte Sachverständige für Kapitalanlagen, Dietmar Vogelsang, ist gegenüber den Renditeversprechen von CarpeDiem skeptisch. Er sagte dazu gegenüber „Plusminus“: „Ich würde einen gigantischen Bogen um so etwas machen.“

Autoren: Birgit Wärnke, Christoph Lütgert
Adressen & Links

Informationen der Stiftung Warentest/Finanztest
www.test.de/themen/geldanlage-banken/meldung/Cis-AG-Fondsidee-der-Cis-AG-ist-gescheitert–4251613-4251615

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 28.06.2011. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

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