Adidas Torschn

Ein Trauma meiner frühen Lichtenberger Jugend sind Turnschuhe. Kein einziges Paar befüllt seither meinen Schuhschrank, und lediglich zwei Paare haben es in den letzten 16 Jahren in ebendiesen geschafft (eines davon noch dazu ausschließlich -!- zur Nutzung im Turnunterricht, lang ists her..). Nun dachte ich, nach so vielen Jahren wäre es ausgestanden, überwunden. Doch dann…Da fährt Manu vor einigen Wochen, nichts Böses denkend, mit der U-Bahn in die frühe Heimat – und sie sind wieder da. Die bösen Schuhe. 1993 oder so der Traum eines jeden szenigen Cliquenpoppers rund um den Tierpark Berlin: Adidas Torsions (Ich hätte das Bild ja eingebunden, aber ich trau mich nicht. Aus Lizenzgründen, aber auch aus Sorge um Eure Augen…) Neu aufgelegt im letzten Herbst, so scheint es. Und grauenvoll wie eh und je. (Lustigerweise sah der Typ, der sie anhatte, auch noch genauso aus wie ein Großteil der damaligen Besitzer entsprechenden Schuhwerks..) Getragen wurden diese himmelblauen Augentöter übrigens nicht ausschließlich von männlichen Erdenbewohnern; auch einige Klassenkameradinnen, ja sogar Freundinnen, liefen damit herum. Ich nicht. NIE-MALS.

Obwohl… meine persönlich schlimmste Erinnerung in diesem Zusammenhang: Als mir im Schulhaus an einem Tag, an dem ich nicht mit Martens, sondern mit schneewittchengleichen Absatzschuhen unterwegs war, zwischen Mathe und Physik ein ebensolcher unter den Füßen wegbrach – und ich, beschlaghost und in Papas altem Wollpullover, mit den Torsions einer Freundin an den Füßen nach Hause watscheln fahren musste, um mir andere Schuhe zu holen. (Und nein, ich bin nicht in der Schule geblieben und habe das durchgestanden; vermutlich war das stattdessen eines der ersten Male, in denen ich aufrichtig und vollends überzeugt von der Notwendigkeit meines Tuns die Schule geschwänzt habe).

Nee, echt, manche Dinge werden nicht davon besser, dass man sie wiederholt. Und diese Schuhe haben doch nun wirklich keine Renaissance verdient. Waaaah!

1 Gedanke zu „Adidas Torschn“

  1. Nä, die haben es anscheinend entweder nicht über die Zonengrenze geschafft oder ich hatte als Studentin kein Auge mehr dafür. Oder halt, 92-93 war ich in Japan, vielleicht hab ich’s auch einfach verpasst. Schlimmer fand ich jedenfalls diese Dinger mit Drehverschluss, kennste die noch? Und ganz übel: Renaissance der Ballonröcke vor kurzem. DAS hätte ICH nun wieder nicht gebraucht.

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