Kleiner Abschied – ein sehr persönliches Protokoll

Am Dienstag vor zwölf Tagen saß ich bei Freunden am Küchentisch und sie klatschtratschfragten mich fröhlich: Manu, weißt du schon das Neueste?

Weißt Du, wer SCHWANGER ist?

Fast wäre ich geplatzt, aber ich biss mir in die Wangen, um mich nicht aufgeregt-kichernd zu verplappern mit Ja, ICH!, Anfang achte Woche!, denn wir wollten es ja vor der vielbewarnten vollendeten 12. Woche noch nicht so sehr herumerzählen… Nur einige besonders enge, langjährige Freundinnen, mit denen ich seit Jahren überall da, wo es Internet gibt, fast jeden Tag in Kontakt stehe, wussten bereits von unserem Projekt Nummer Drei.

Dies ist das Protokoll einer kleinen Geburt¹ Anfang der neunten Schwangerschaftswoche.

Es ist auch und vor allem eine mich mit großer Dankbarkeit erfüllende Sprachfetzen-Nacherzählung vieler Nachrichten eines mich seit langem tragenden Freundinnen-Netzes, das es ohne das Internet überhaupt nicht gäbe und das durch die vielen neuen technischen Möglichkeiten und Dienste, die in den letzten Jahren quasi drumherum gewachsen sind, noch viel stabilere Fäden zum Fortspinnen dieser Freundschaften bekommen hat.

Und es ist sicherlich einer der persönlichsten Beiträge dieses Blogs. So sei es.

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Knick in der Optik

Wenn alles bleiben soll, wie es ist, muss sich alles verändern oder so – und daher ist das Blog jetzt endlich mal neu angezogen. Und umgezogen. Juhu!

So manches stimmt noch nicht – ich muss noch diverse Kommentare nachziehen, die irgendwo verschollen sind; Bilder sind zwar inzwischen in ihren Artikeln, nicht aber unbedingt immer an den eigentlich vorgesehenen Plätzen angekommen; optisch ist eh noch einiges anzupassen, bis das hier so richtig „meins“ ist und auch technisch sind mir noch einige Veränderungen wichtig. Aber das ist alles Finetuning. Wird schon.

Auf gutes neues Weiterlesen!

H2O-Junkies, steht früh auf!

Neulich gesehen in der Schwimmhalle Europasportpark am S-Bahnhof Landsberger Allee: Da hängt, wohl damit die Damen und Herren im Kassenhäuschen nicht ständig von Nachfragen genervt werden, ein Aushang, auf dem steht in dicken Lettern:

Der Vorverkauf für die Kurse ab April beginnt am 22.02.2016 um 06:30 Uhr!

Ich hatte tatsächlich auch vor, mir da nen BerlinerBäder-Kurs zu buchen – nee, nicht für die Kinder, die sind eh viel zu beschäftigt, sondern echt und wirklich einfach mal für mich. Daher dachte ich mir, es könne nicht schaden, mal zu fragen, ob der Run auf die Erwachsenenkurse denn auch so hoch sei wie bekanntermaßen auf die Kinderkurse. Zu meinem Entsetzen erfuhr ich: JA!, die sind immer alle ganz schnell weg, manche stünden an diesem Tag ab 5 Uhr vor der Halle.. Uuuuh. Ich überleg mir das wohl doch noch mal mit dem Kurs.. (Ich bin eine von denen, die es angesichts der Terminprobleme der Berliner Bürgerämter nicht mal in die dortige Notfall-Warteschlange geschafft hat, als mein Personalausweis sich mal für einige Monate ganz fies in einer versteckten Tasche einer Schwiegermuttererbstückhandtasche versteckt hatte!)

Nun denn, wer jedenfalls disziplinierter ist in Sachen Frühaufstehen und sich dann auch noch für Badsport interessiert, hat gute Chancen auf (m)einen Kursplatz. Denn ich werde mit 99%iger Sicherheit an dem Tag weder ab um 5, noch ab um 6 und auch nicht um 7 auf gut Glück zur Schwimmhalle fahren. Petri heil also den Morgenstündigen unter euch..

Auszeit

Huch, was ist denn los? Manu, wo bist du? Du bloggst nicht, auf Twitter schreibst du fast gar nicht,.. Keine Sorge, alles gut – es ist nur so viel zu tun und „wir haben doch keine Zeit“ und „irgendwo muss man ja sparen“, das ist dann eben mal hier.. Aber wird schon, sind sogar einige Projekte für dieses Blog im Hinterkopf, die umzusetzen auch endlich mal durchdacht werden muss..

Brecht mal wieder.

Gestern Abend in einem Kneipengespräch hatte ich eine Diskussion über den Sinn oder Unsinn des Lernens (nicht nur Lesens) von Lyrik. Man könne doch alles nachlesen, wozu auswendig lernen? Mein Argument: Müssen sollte man sowieso nichts (vor allem anderen nur _das_ sollte meiner Meinung nach jedes Kind lernen..), aber es sei doch manchmal schön und auch wertvoll, Texte im Herzen bei sich zu tragen.

Welche Texte ich denn so wertvoll fände, dass sich diese Art von Rumtragen lohne? Ich erwähnte als Beispiele Kaléko, Fried, Brecht, hätte gern auch noch Tucholsky, Heine oder Kästner dazugesetzt, da hieß es schon: Na dann solle ich doch jetzt bitte mal ein Gedicht von Brecht rezitieren, so auf die Schnelle!

Um mal spitzfindig zu sein: Ich hatte ja nicht behauptet, Brecht gelernt zu HABEN, sondern nur gesagt, es wertvoll zu finden, dies zu tun;)
Aber in jedem Fall, das muss ich zugeben, war ich doch so überfahren von der Forderung, dass in meinem Kopf so plötzlich (außer – immerhin – dem W aus seinem bemerkenswerten Alfabet) kein lange gelernter Brecht mehr aufzutreiben war – Mackies Messer steckte sozusagen tief in meinem Rücken, außer so’nem bisschen Liedtexte war da nicht viel zu erwühlen. Nach einer halbwach-nachgedachten Nacht ist mir dann eines eingefallen, das ich tatsächlich schon als Schulkind gelernt habe. Auch, wenn ich es erst mal aus dem Internet herauskramen musste, so kam die Erinnerung doch wenigstens nach dem Lesen der ersten Zeile komplett wieder. Es sind Brechts Bitten der Kinder: „Die Häuser sollen nicht brennen. Bomber sollt‘ man nicht kennen. Die Nacht soll für den Schlaf sein, Leben soll keine(..)“ – na, wer kann es auch noch? Ich finde: Ja, es hat zweifelsohne den besprochenen Platz im Herzen verdient.

Werd‘ nun vielleicht wirklich mal wieder Gedichte auswendig lernen und oder mal auswengid gelernte rekapitulieren. Nachdem mein Herbstprojekt „Handstand lernen“ jetzt einigermaßen passabel durch ist, wäre das doch ein schönes Projekt für den Winter? Im traurigen Monat November war’s,..

Refugees Emancipation: Internet Cafés für Geflüchtete

Kontakt halten zu den nächsten Menschen in der Ferne. Sich informieren, lernen, sich vernetzen und/oder vernetzt bleiben. Sich zurecht- oder auch Zerstreuung finden. Das Internet gehört zu unserem Leben heute elementar dazu – oder, wie es die Deutsche Welle formulierte: „Das Internet und der Zugriff auf seine vielfältigen Inhalte ist von zentraler Bedeutung für die Lebenshaltung, fand der Bundesgerichtshof“.

Daher finde ich die Initiative Refugees Emancipation ausgesprochen unterstützenswert. Ich habe daher gerade was für die Unterstützung eines Internet-Cafés der Initiative in Potsdam gespendet, vielleicht hat ja die eine oder der andere auch die Möglichkeit, eine der Projekt-Initiativen zu unterstützen? Das geht ganz einfach hier über betterplace.org – oder auch durch direkte Beteiligung. Ach ja, die Spende ist in Deutschland übrigens steuerabzugsfähig.

Refugees Emancipation Clip from Refugees Emancipation Support on Vimeo.

Lieblingslyrik: Wer kommt mit zur Mascha-Kaléko-Lesung?


HandVerLesen – ein Mascha-Kaléko-Abend am 01.10.2015

Die Bibliothek am Wasserturm lädt am Donnerstag, dem 1. Oktober 2015 um 20 Uhr in das Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner in der Prenzlauer Allee 227, 10405 Berlin, zu einem Mascha-Kaléko-Abend mit der Berliner Künstlerin Cathrin Alisch (voc,viol,acc.), ein.
Die Dichterin Mascha Kaléko wurde als Tochter eines russischen Vaters und einer österreichischen Mutter 1907 am Rande der damaligen Donaumonarchie geboren. Sie war im Berlin der 1920er Jahre zu Hause und galt als ein außergewöhnliches literarisches Talent. Wacher Verstand verband sich bei ihr mit weiblichem Charme, politische Schärfe mit Witz und romantischer Ironie. Kalékos Sprache ist musikalisch und erlaubt ein Spiel mit den Rhythmen in Text und Ton. Cathrin Alisch gehört zu den Grenzgängerinnen zwischen Kunst und Wissenschaft. Sie studierte Literatur- und Musikwissenschaft und absolvierte parallel dazu ihre künstlerische Ausbildung. Als Bühnen erfahrene Musikerin vertonte sie zum 100. Geburtstag der Lyrikerin Mascha Kaléko einige ihrer schönsten Gedichte – zeitlose Lieder über die Liebe und das Leben zwischen Trauer, Hoffnung und „aufgeräumter Melancholie“. Dabei konzentrierte sich Alisch auf die paar leuchtenden Jahre der jungen Mascha in Berlin.
Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen bei Anne Rüster, Tel.: 030 90295-3921, anne.ruester@ba-pankow.verwalt-berlin.de .

Rechtsruck Pankow? Ich will das nicht.

Ich wohne jetzt seit 16 Jahren in Pankow und fühle mich mit diesem Kiez sehr verbunden. Mit großem Erschrecken nehme ich hier im Kleinen wahr, was sich auch im Großen zeigt: Die fremdenfeindlichen Aktivitäten werden ganz offenkundig in vielfältiger Weise vor allem eines: immer mehr.

Das Kiez wird verschmiert. Besudelt. Hakenkreuze in den Bushaltestellen und an Laternenpfeilern, Flugblatt-Plakate rechter Gruppen, die nächstens auf Litfass-Säulen landen, ein verwehender Sack voller Flugblätter auf dem Gehweg vor dem Flüchtlingsheim, Aufkleber rechter Gruppierungen an Eingängen und Zaunteilen, immer wieder und in immer kürzeren Abständen besprühte Hauswände,.. Gerade hat es einen Flaschencontainer und Pfeiler getroffen – ich mag gar nicht so viele Fotos davon machen, wie ich es derzeit dokumentieren könnte. Und immer, wenn etwas davon beseitigt wurde, taucht schon eine neue Schmiererei auf.

Es gibt natürlich eine Menge Leute hier im Kiez, die sich dagegen einsetzen. Die mit anpacken, wenn es darum geht, solcherlei Schmierereien zu entfernen oder deren Entfernung durch zuständige Stellen zu veranlassen. Es gibt hier eine Menge hilfsbereiter, unterstützender Menschen, die sich für und in ihrem Kiez miteinander engagieren. Aber dennoch, es lässt sich nicht leugnen: In den letzten zwei Jahren hat sich hier definitiv etwas verändert – und mir gefällt diese Entwicklung ganz und gar nicht. Es gruselt mich…

Aus gegebenem Anlass: Leseempfehlungen Flüchtlingsdebatte

Ich zieh mal einen Link aus einem Kommentar-Kommentar hoch und verlinke zwei weitere Artikel, die ich euch gerne ans Herz legen möchte:

1) der Faktencheck der Süddeutschen Zeitung von Anfang September – Zahlen gegen Vorurteile.

2) eine Sprachkritik von @astefanowitsch bei derstandard.at zu den Begrifflichkeiten Flüchtlinge, Migranten usw.

3) den Prantl-Kommentar vom 17.09.15 zum geplanten Asylrecht: „Das geplante neue deutsche Asyl-Abschreckungsrecht ist ein Frevel. Es hungert die Geflohenen aus.“

Vielleicht möchte das ja wer lesen…

Update

4) Chronik flüchtlingsfeindlicher Vorfälle 2015 (beim heutigen Einstellen schon wieder viel zu veraltet, seit dem 07.09. sind bekanntlich-erschreckenderweise schon wieder etliche neue Übergriffe hinzugekommen…)

5) die sehenswerte Panorama-Sendung vom 17.09.2015 in der ARD-Mediathek

6) Asylfakten.de: (nicht nur) für Sachsen. „(..)weil wir selbst schon sehr häufig nach Links und Argumenten gesucht haben, um sie bei Facebook in die Kommentarspalte zu teilen, haben wir uns überlegt, anderen genau diese Faktensuche zu erleichtern.“