9/11 zum Ausmalen: WTF!

In den USA ist offensichtlich unter dem Titel We Shall Never Forget 9/11: The Kids‘ Book of Freedom gerade ein Kinder-Ausmalbuch anlässlich des zehnten Jahrestags des 11. September herausgekommen.
Zielgruppe sind Eltern, die ihren Kindern die Ereignisse und Folgen des 11. September erklären wollen – dieser Ansatz ist ja erst mal an sich durchaus nachvollziehbar. Aber als Ausmalbuch?! Sehr befremdlich.

Der Guardian beschreibt das Buch als ein

colouring book about the events of 9/11, complete with pictures of the burning twin towers and the execution of a cowering Osama bin Laden for children to fill in

Man stelle sich das mal vor. Da sitzen die lieben Kleinen also bei Regenwetter zu Hause um den Tisch, die Kiste Stifte vor sich, und malen im von Mutti oder Papi neu mitgebrachten Ausmalbuch die brennenden Türme originalgetreu an. Vielleicht gibts ja auch noch ein paar Vorlagen mit aus den Fenstern springenden Leuten, soll ja anscheinend die Ereignisse aufeinanderfolgend abbilden, das Malbuch. Und wer zuerst fertig ist, darf zur Belohnung gleich noch die nächste Seite ausmalen, mit den Menschen in komischen Anzügen und Mützen in diesen Käfigen. „Und für die Anzüge nehmt ihr Orange, seht ihr? So wie auf dem Foto aus der Zeitung!“

Zudem scheinen sowohl die Erläuterungstexte als auch die Bilder massiv diskriminierend zu sein:

The Council on American-Islamic Relations has condemned the book as „disgusting“, saying that it characterises all Muslims as linked to extremism, terrorism and radicalism, which could lead children reading the book to believe that all Muslims are responsible for 9/11, and that followers of the Islamic faith are their enemies.

Über Twitter kreist dieses grauslige Ausmalbuch gerade durch eine sarkastisch-treffende Nachricht mit dem Text „Mama, der rote Filzer ist leer“ – im oben verlinkten Artikel des Guardian ist die Ausmalseite mit der Erschießung Osama Bin Ladens dargestellt.

Dem Guardian zufolge sind übrigens bisher 10.000 Exemplare des Malbuchs verkauft. Na, ein Glück, dass man Bücher nicht kopieren darf, ihr wisst schon, Urheberrecht und so, was sind schon 10.000 Exemplare. Das macht ja nichts aus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *