Ruck und Röcke beim 4. efF-Neujahrsempfang

War das ein Spaß: Dem Neujahrsempfang des Vereins erfolgsfaktor FRAU e.V. durfte ich am 25. Januar einen „Kulturbeitrag“ beisteuern. Bissige Zitate, zerknüllte Zeitungen, fliegende Erdnüsse – und alles für die gute Sache!

Ich habe viele interessante Gespräche geführt, durfte mich über ein großes positives Echo auf meinen Beitrag freuen und fand es besonders schön, bei dieser Veranstaltung auch die Gelegenheit zu haben, die beeindruckende Bundesfamilienministerin a.D. Renate Schmidt, Schirmherrin von erfolgsfaktor FRAU e.V., persönlich kennenzulernen.

erfolgafaktor FRAU e.V. Foto Neujahrsempfang 2016
Neujahrsempfang von erfolgsfaktor FRAU e.V. (efF) am 24. Januar 2016 im Schauspielhaus Nürnberg: (v.l.) Claudia Specht, Vorsitzende von efF, Renate Schmidt, Bundesfamilienministerin a.D. und Schirmherrin des Vereins, Generalkonsulin Ingrid Hofmann (r.), Geschäftsführende Alleingesellschafterin der I. K. Hofmann GmbH und Sponsorin der Veranstaltung, sind zusammen mit rund 160 weiteren Gästen begeistert vom Poetry-Vortrag von Manuela Schauerhammer (2. v.l.), Texterin aus Berlin. In ihrer Performance verpackte sie humorvoll und wortgewandt, was sie auf so mancher Hauptversammlung erlebt hat. Foto: Kurt Fuchs / efF – Abdruck honorarfrei

PRESSEINFORMATION

Ruck und Röcke beim 4. efF-Neujahrsempfang
erfolgsfaktor FRAU e.V. begrüßte 160 Gäste im Schauspielhaus Nürnberg


Nürnberg, 25. Januar 2016
– Aufbruchstimmung beim vierten Neujahrsempfang von erfolgsfaktor FRAU e.V. (efF) im Schauspielhaus Nürnberg: Über 160 Gäste aus Politik, Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Verwaltung aus der gesamten Metropolregion stießen am Sonntag mit Claudia Specht, Vorsitzende von erfolgsfaktor FRAU, mit Renate Schmidt, Bundesfamilienministerin a.D. und Schirmherrin des Vereins, sowie mit Generalkonsulin Ingrid Hofmann, I.K. Hofmann GmbH und Sponsorin der Veranstaltung, auf das Jahr 2016 an. In den Gesprächen wurde schnell klar: In Sachen „Frauen in Führungspositionen“ ist noch viel Engagement in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik erforderlich.

Renate Schmidt griff in ihrem Grußwort die aktuelle Schein-Feminismus-Diskussion auf: Es gehe derzeit eben kein „frauenfreundlicher Ruck“ durch die Gesellschaft, auch und gerade nicht im Zusammenhang mit den Silvester-Ereignissen in Köln und anderen Städten. „Damit wird nur bisherige Frauendiskriminierung durch heutige Fremdenfeindlichkeit ersetzt!“, brachte sie es auf den Punkt. Wie es tatsächlich um die Frauenfreundlichkeit im Lande stehe, zeige die Umsetzung des seit Anfang Januar geltenden, sogenannten Quoten-Gesetzes für mehr Frauen in Führungspositionen: Viele Verantwortliche in den Unternehmen glaubten immer noch, „dass das Gesetz so ernst nicht gemeint sei oder sie gar nicht betroffen wären“, beklagte Schmidt. „Dieses Nichtstun bedeutet: Es gibt noch viel zu tun für efF und andere Organisationen wie die Industrie- und Handelskammern oder die Gewerkschaften, damit endlich auch in der Wirtschaft die Erkenntnis Platz greift, dass Frauen ein Erfolgsfaktor sind.“

„Erwerbsarbeit lohnt sich ökonomisch nicht, wenn Frau verheiratet ist“

Einen echten Ruck für ein erfolgreiches Jahr für Frauen wünschte sich Renate Schmidt auch beim Thema Ehegattensplitting, Minijob und beitragsfreie Mitversicherung. „Wir leisten es uns in Deutschland immer noch, durch falsche Anreize eine bestens ausgebildete Frauengeneration von der Erwerbstätigkeit abzuhalten – sofern die Frauen verheiratet sind!“ Denn in der Lohnsteuerklasse V als logischer Fortsetzung des Ehegattensplittings zeige spätestens der Blick auf den Nettolohn den erwerbstätigen Frauen, wie wenig ihre Arbeit nach jahrelanger Ausbildung und aufreibendem Engagement zwischen Beruf und Familie in Euro wert ist. Spätestens wenn die Ehe scheitert, räche sich das besonders.

Manuela Schauerhammer, Texterin und Bloggerin aus Berlin, forderte die Gäste dennoch auf, die positiven Veränderungen zu sehen: „Auch wenn Politik das Bohren dicker Bretter ist, das neue Quoten-Gesetz zeigt, dass sich etwas bewegt – und das gilt es zu feiern. Ohne dabei das langfristige Ziel aus den Augen zu verlieren!“ Beim efF-Neujahrsempfang lud sie das Publikum auf eine fiktive Unternehmens-Hauptversammlung ein. Ihr witziger Vortrag mit skurril bis unglaublich anmutenden Originalzitaten von tatsächlichen Hauptversammlungen, an denen sie für den Deutschen Juristinnenbund teilgenommen hatte, war für das Publikum ein großer Spaß. Da durfte ganz offensiv gebuht, geklatscht und dazwischengerufen werden – und es flogen sogar die bekannten Peanuts!

Begeisterte Reaktionen ernteten auch Victoria Pohl (Piano) und Isabel Rößler (Bass). Das junge Jazz-Duo aus Nürnberg griff für die musikalische Performance der Veranstaltung in die Tasten beziehungsweise in die Saiten und stellte unter Beweis, welche immensen Talente auch im Bereich Kunst und Kultur in Frauen stecken.

Ihr wirtschaftliches Know-how präsentierten die zahlreichen Sponsoren und Sponsorinnen, die mit Verkaufsständen präsent waren und viele tolle Preise für die Tombola gespendet hatten. Von Reisen über Bücher und Beratungen, Schmuck und Kosmetika bis hin – natürlich! – zu frechen Röcken gab es eine vielfältige Auswahl. Deren Erwerb unterstützt das Engagement für einen Aufbruch in frauenpolitisch moderne Zeiten. Denn wie Renate Schmidt gesagte hatte: Es gibt noch viel zu tun, wir brauchen einen frauenpolitischen Ruck durch Deutschland!

Kontakt:

Claudia Specht, Vorsitzende
erfolgsfaktor FRAU e.V.
Wittelsbacherstraße 48
90475 Nürnberg

Hintergrund

Der erfolgsfaktor FRAU e.V. (efF) – gesprochen eff-eff – wurde 2010 in Nürnberg gegründet. Der bundesweit auftretende Verein setzt sich für mehr Frauen in Fach- und Führungspositionen ein und gibt Impulse in Gesellschaft und Wirtschaft zur Auflösung stereotyper Denkweisen. Er ist aus dem Engagement für die „Nürnberger Resolution“ entstanden, die im Oktober 2008 von Fach- und Führungskräften aus der Metropolregion Nürnberg initiiert wurde und schnell bundesweit breite Unterstützung fand. Die Resolution forderte unter anderem mehr Diversity in Führungsgremien von Unternehmen und Institutionen sowie eine gesetzliche Geschlechter-Quote für die Besetzung von Aufsichtsräten.

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